Tipps & Tricks

Das »ß« richtig verwenden

 

Auch wenn die Rechtschreibreform eine Weile zurückliegt, hat sie in manchen Bereichen für anhaltende Verwirrung gesorgt. Dazu zählt der korrekte Umgang mit dem »ß«. Hier einige (wenn auch der Einfachheit halber nicht alle) Hinweise zur richtigen Verwendung:

 

1.) Das »ß« ist weiterhin zu verwenden (eine Ausnahme bildet die Schweiz).

2.) Im Allgemeinen folgt das »ß« auf einen langen Vokal (»Gruß«) oder einen Doppellaut (»heiß«).

3.) Dagegen verwendet man bei einem kurzem Vokal das doppelte »s« (»Fluss«).

4.) Eine Besonderheit stellen Großbuchstaben dar: Hier wird i.d.R. das doppelte »s« benutzt (»HEISSLUFTBALLON«).

 

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Rhetorische Figuren: Stilvoll oder stillos?

 

Stilmittel sind alt, aber alles andere als angestaubt. Richtig eingesetzt, lassen

sie Texte stilvoll erstrahlen. Unbedacht oder unbewusst verwendet, entsteht nicht selten ein ganz und gar stilloser Sprachunfall. Zu den verbreitetsten Figuren zählen:

 

1.) ALLITERATION: aufeinanderfolgende Wörter mit gleichem Anlaut der betonten Silbe (Beispiel im ersten Satz dieses Posts).

2.) EUPHEMISMUS: umschreibt Unerfreuliches auf beschönigende Weise („auf der Suche nach neuen Herausforderungen“ statt „arbeitslos“).

3.) METAPHER: Übertragung eines Begriffs in einen bedeutungsfernen Zusammenhang („sein Pulver bereits verschossen haben“ für „zu früh alle Argumente (erfolglos) angeführt haben“).

4.) OXYMORON: verknüpft Widersprüchliches („Hassliebe“, „alter Knabe“).

5.) PLEONASMUS: Häufung von Begriffen ähnlicher oder gleicher Bedeutung („rabenschwarz“, „nie und nimmer“), auch Tautologie genannt.

6.) RHETORISCHE FRAGE: setzt die Antwort als bekannt und somit überflüssig voraus („Wer hätte das gedacht?“).

 

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Fünf Tipps, die jeden Text verbessern

 

1. EINHEITLICHKEIT/KONGRUENZ

Im Sach-/Fachbuch bezieht sich dies z.B. auf Layout (Schriftart/-größe, Abstände, Fett-/Kursivsetzung etc.), Quellenangaben (Darstellung in Fließtext, Fußnoten und Literaturverzeichnis) und Abkürzungen. In der Belletristik geht es etwa um psychologisch überzeugende Figuren und einen plausiblen Handlungsverlauf.

 

2.) NACHVOLLZIEHBARKEIT

In Sach-/Fachbüchern durch die Nutzung von Ein-, Aus-, Überleitungen sowie Zusammenfassungen zu erreichen, in der Belletristik durch einen erkennbaren

»roten Faden«.

 

3.) REDUNDANZ

Jede:r schreibt an der einen oder anderen Stelle unnötig viel (»Ja«, sagte sie und nickte zustimmend. = Die ersten drei Wörter genügen). Achten Sie bei der Über-arbeitung Ihres Textes darauf (s. auch Punkt 5)!

 

4.) ÜBERSICHTLICHKEIT

Im Sach-/Fachbuch neigt man zu Schachtelsätzen, in der Belletristik häufen sich Dialoge. Viele Auotor:innen verwirren einen gerne durch zusammengewürfelte Redewendungen und »schiefe« Metaphern.

 

5.) PROBELESER:INNEN

Lassen Sie Ihre Texte probelesen (und verteilen Sie verschiedene Aufgaben an unterschiedliche Personen; orientieren Sie sich dabei an bekannter Kritik von Vorgesetzten, Leser:innen früherer Werke etc.).

 

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Wie man als Selfpublisher Erfolg hat: Dane Rahlmeyer im Gespräch mit Konstantin Georgiou

 

Ein glücklicher Zufall (in Gestalt meiner großartigen Kollegin Corinna Rindlis-bacher von ebokks.de) brachte mich vor Jahren mit dem erfolgreichen Self-publisher Dane Rahlmeyer in Kontakt. Seitdem bin ich zu meiner großen Freude als Lektorin am Entstehungsprozess seiner vielfältigen Projekte beteiligt und lerne dabei ständig Neues.

 

Wer sich für die Arbeit eines Selfpublishers interessiert und einen extrem sympathischen Autor kennenlernen möchte, sollte sich Folge #95 von Konstanin Georgious Storyville-Podcast anhören. Es lohnt sich!

 

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False Friends: Vorsicht vor »falschen Freunden«

 

Für Wissenschaftler:innen ist es Alltag, sowohl lesend als auch schreibend zwischen deutschen und englischen Texten zu wechseln. Nicht selten führt dies

zu einem gewissen Durcheinander bei Vokubular und Grammatik. »False Friends« stellen diesbezüglich einen häufigen Stolperstein dar: In beiden Sprachen gibt es ähnlich klingende Wörter, deren Bedeutung abweicht. Werden sie im falschen Kontext benutzt, wirkt das bestenfalls komisch; schlimmstenfalls wird damit die inhaltliche Aussage verändert oder gänzlich unverständlich.

 

Einige Beispiele für »falsche Freunde«, denen man besser aus dem Weg geht:

- to become (WERDEN)/bekommen

- cake (KUCHEN)/Keks

- gymnasium (SPORTHALLE)/Gymnasium

- handy (NÜTZLICH)/Handy

- irritate (VERÄRGERN)/irritieren

- sensible (VERNÜNFTIG)/sensibel

- overtake (ÜBERHOLEN)/übernehmen

- I will (ICH WERDE)/Ich will

 

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Von Audiowalks, Spielbüchern und Alexa Skills: Selfpublisherin Lemonbits ist in vielen Welten zu Hause

 

Wie bunt der Kosmos des Selfpublishing ist, erfährt man im Gespräch von Lemonbits mit den Podcast-Hosts des »Literarischen Saloon«, Carin Müller und Christian Raabe.

 

Eine Selfpublisherin wie Lemonbits, die sich in Bereiche des Interaktiven vorwagt, die vor ihr niemand (auf diese Weise) betreten hat, wird zu Recht mit Preisen bedacht: 2018 für ein Rätsel-Spielbuch, 2020 für einen Audiowalk. Zuletzt hat sich die Autorin mit Alexa Skills befasst und so ein interaktives Hörbuch heraus-gebracht. Derartige Experimentierfreude ist auch für mich als Lektorin ein Geschenk: Da wird jedes gemeinsame Projekt zum Abenteuer.

 

Wer wissen möchte, was im Selfpublishing möglich ist, wenn verspielte Fantasie auf mutige Entdeckerfreude trifft, ist bei Episode #33 richtig.

 

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Wissenschaft vermitteln: Tipps zum journalistischen Schreiben

 

Um sich mit wissenschaftlichen Inhalten an ein breites Publikum zu wenden

(z.B. über die sozialen Medien), sind andere Werkzeuge nötig als für Veröffentlichungen innerhalb des Wissenschaftsbetriebs. Hier ein paar Tipps:

 

1.) FÜR DIE ZIELGRUPPE FORMULIEREN: kurze Sätze; kein Fachvokabular; einfache Satzstrukturen; Kompliziertes durch Vergleiche/Beispiele erklären; knapp, klar und präzise schreiben

 2.) WICHTIGES ZU BEGINN: Die Hauptaussage sollte in der Überschrift und

dem ersten Absatz stecken.

3.) ÜBERSCHRIFT: kurz; klare Aussage; Präsens; stilistisch an Medium und Zielgruppe angepasst

4.) »JOURNALISTISCHE Ws« BEACHTEN: wer, was, wann, wo, wie, warum (und ggf.: welche Quelle)

5.) EMPFEHLENSWERT:

- aktiv formulieren: »Die Forscher:innen des Instituts haben ... entwickelt« (statt: »Es wurde ... entwickelt«)

- Verb statt Substantiv(ierung)

- kompletter Titel statt Anrede (statt »Herr«/»Frau« zu Beginn »Prof. Dr. Beispiel Mensch«, danach »Beispiel Mensch« oder Stellung)

- Absätze und Zwischenüberschriften verwenden

6.) STOLPERSTEINE:

 - Anglizismen

 - Floskeln

 - Füllwörter

 - »man“

 - Übertreibungen

 - unpräzise Zeitangaben (gestern, heute, morgen)

 

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Bücher selbst verlegen: Wertvolle Tipps für Autor:innen

 

»Selfpublishing« bedeutet, Bücher selbst herauszugeben, also ohne den (Um-) Weg über einen Verlag, und wird für immer mehr schreibbegeisterte Menschen

zu einer interessanten Alternative. Anlässlich des Literaturfests »Leipzig liest« widmete sich die Deutschlandfunk-Sendung »Marktplatz« diesem Thema.

 

Unter der Überschrift »Vom Manuskript zum eigenen Buch« spricht Stefan Römermann darin mit Wolfgang Tischer (literaturcafé.de) und Jeanette Lagall (Selfpublisherin, freie Lektorin) über wichtige Aspekte des Selbstverlegens.

Ein Gewinn für alle an Selfpublishing Interessierten!

 

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Hilfreiche Websites und praktische Tools für Autor:innen aus der Wissenschaft

 

Die folgende Auswahl von Online-Hilfsmitteln kann den Schreibprozess ver-einfachen und/oder beschleunigen. (Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)

 

SPRACHLICHES

- Duden (Wörterbuch, Grammatik, Synonyme, Textprüftool; deutsch): www.duden.de

- DWDS (Wörterbuch; deutsch): www.dwds.de

- OpenThesaurus (Synonme, Antonyme, Assoziationen; multilingual): www.openthesaurus.de

- Repetition Detector ((Wort-)Wiederholungen finden; englisch; funktioniert auch bei deutschen Texten): www.repetition-detector.com

- Woxikon (Wörterbuch, Synonyme, Abkürzungen; multilingual): www.woxikon.de

 

PLAGIATE AUFSPÜREN (kostenpflichtig)

- PlagAware: www.plagaware.com/de

- PlagScan: www.plagscan.com/de

 

NOTIZEN SAMMELN

- Notational Velocity: https://notational.net

- Pocket: https://getpocket.com

 

WISSENSCHAFTLICHE RECHERCHE

- Google Scholar: https://scholar.google.de

- Semantic Scholar: www.semanticscholar.org

- Web of Science (kostenpflichtig): https://login.webofknowledge.com

- Scopus (kostenpflichtig): www.elsevier.com/de-de/solutions/scopus

- BASE (deutsche Open-Access-Suchmaschine): www.base-search.net

- OAIster (amerikanische Open-Access-Suchmaschine): www.oclc.org/de/oaister.html

- Preprint-Server (z.B. arXiv): https://arxiv.org

 

LITERATURVERWALTUNG

- Zotero: www.zotero.org

 

FREMDSPRACHE

- Wörterbücher (Englisch und weitere Sprachen): https://de.pons.com; www.dict.cc

- Wörterbuch, Thesauraus, Grammatik (britisches Englisch): https://dictionary.cambridge.org/de/

- Wörterbuch, Thesauraus (amerikanisches Englisch): www.merriam-webster.com

 

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Selfpublishing oder Verlag? Pro und Contra zweier Veröffentlichungswege (Teil 2: Selfpublishing)

 

Die Frage, auf welchem Wege das eigene Manuskript veröffentlicht werden sollte, lässt sich nur individuell beantworten. Im zweiten Teil meiner Abwägungshilfe geht es um die Vor- und Nachteile des moderneren Wegs: der Veröffentlichung im Selbstverlag (Selfpublishing).

 

PRO:

- volle Kontrolle (Entscheidungshoheit über Aspekte wie Umfang, Inhalt, Layout, Erscheinungstermin, Preis ...)

- deutlich höhere Tantiemen (statt ca. 5-25% vom Verlag z.B. 70% bei Kindle Direct Publishing (KDP))

- größere Freiheit (etwa in Bezug auf Genre(-Mix), Nischenthemen, Format (Novelle, Kurzgeschichte, Märchen ...), Marketing)

- keine Abgabe von Rechten (d.h., eigene Werke können jederzeit vom Markt genommen, erneut veröffentlicht oder - bei E-Books - aktualisiert werden)

- Werke bleiben lieferbar (Verlage nehmen schlecht laufende Titel schnell aus dem Programm)

- Frequenz der Veröffentlichung bleibt einem selbst überlassen (Verlage bringen pro Autor:in meist nur einen Titel pro Jahr heraus)

- sofortige Veröffentlichung möglich (Verlage benötigen eine Vorlaufzeit von mehreren Monaten, manchmal gar Jahren)

 

CONTRA:

- man trägt die Verantwortung für alles (wenn etwas passieren soll, muss man sich selbst darum kümmern; was vergessen/unterlassen wird, unterbleibt; wer keine Ahnung hat, muss sich selbst schlau machen)

- Selbstverlegtes umweht noch immer ein Hauch des Unseriösen, Abgelehnten, qualitativ Schlechte(re)n (allerdings beginnen die Verlage zunehmend, sich dem Phänomen Selfpublishing zu öffnen, z.B. über Plattformen wie neobooks (Droemer Knaur) oder ilovewriting (Ullstein))

- sämtliche Produktionskosten (Lektorat/Korrektorat, Buchsatz/E-Book-Konvertierung, Covergestaltung, ggf. Werbung ...) sind selbst zu tragen

- es gibt keinen Vorschuss (d.h., Einnahmen werden nur dann generiert, wenn sich das Werk auch verkauft)

- Zeit und Nerven kostet neben dem Schreiben des Buches auch dessen Produktion und insb. das damit verbundene Marketing (z.B. über Social Media)

- Selfpublishing-Titel schaffen es i.d.R. nicht in Buchhandlungen und bleiben bei Preisen, Stipendien oder in der Presse unberücksichtigt

 

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Sommer-Spezial 1: Literarische Tipps für die Urlaubszeit

 

Die Sommerferien sind da, der Urlaub naht oder hat bereits begonnen: Das ist die perfekte Zeit, um sich ganz entspannt mit Büchern zu befassen. Hier ein paar Tipps für inspirierende Urlaubsbegleiter:

 

1.) INSPIRATION, SELBST GEMACHT: Ein Urlaub eignet sich wunderbar, um Ideen für eigene Buchprojekte zu entwickeln oder endlich in die Tat umzusetzen. Da können mögliche Schauplätze erkundet und Menschen beobachtet, fremde Kulturen hautnah erlebt und in aller Seelenruhe Lesestoffe gesponnen werden.

2.) INSPIRATION ZUM LESEN: Vor knapp zwei Jahren veröffentlichte Doris Dörrie „Lesen, schreiben, atmen - Eine Einladung zum Schreiben“ und kombiniert darin autobiografische Einblicke mit Tipps für künftige Autor:innen. Ob als Sommerschmöker oder Anleitung fürs eigene literarische Projekt: Das Buch eignet sich hervorragend als luftig-leichter Begleiter in den (Schreib-)Urlaub.

3.) INSPIRATION ZUM HÖREN: Wer gute Tipps für die eigene Leseliste sucht und es mag, diese von einem sympathischen Team in kurzweiliger Hörform vermittelt zu bekommen, ist beim NDR-Info-Podcast „eat.READ.sleep - Bücher für dich“ richtig. So unterhaltsam wird Literatur selten präsentiert!

 

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Selfpublishing: Das Geheimnis des Erfolgs

 

Auch wenn findige Geschäftsleute gerne das Gegenteil suggerieren: Es gibt kein Patentrezept für erfolgreiches Publizieren - und das gilt sowohl im Bereich Selfpublishing als auch für Verlage. Dennoch lassen sich aus Gesprächen mit erfolgreichen Selfpublisherinnen und Selfpublishern einige Maximen ableiten, die den schriftstellerischen Durchbruch wahrscheinlicher machen. Zunächst einmal ist es höchst unwahrscheinlich, mit nur einem und noch dazu dem ersten selbst verlegten Buch bekannt zu werden. Ausnahmen bestätigen diese Regel, aus der sich drei der wichtigsten Erfolgsmaximen ableiten lassen:

 

1.) Um als Selfpublisherin oder Selfpublisher Erfolg zu haben, bedarf es kontinuierlicher, harter Arbeit. Das ist kein Hobby, sondern ein Vollzeitjob.

2.) Zu dieser Arbeit gehört es erstens, für regelmäßigen Nachschub zu sorgen. Das kann bedeuten, vier oder fünf Bücher pro Jahr zu veröffentlichen.

3.) Dazu zählt zweitens nicht nur das Schreiben und Veröffentlichen der Bücher, sondern insbesondere auch das Marketing und die Werbung, damit die Bücher Leserinnen und Leser finden. Für die Einrichtung und Pflege von Homepage und Social-Media-Kanälen sowie die Teilnahme an Lesungen, Messen etc. müssen Zeit, Kreativität und Energie investiert werden.

 

Das Stichwort „Investitionen“ führt zu zwei weiteren Maximen des inoffiziellen Selfpublishing-Erfolgsrezepts, nämlich dem Verständnis, das Autorinnen und Autoren ihrem Metier entgegenbringen. Wer im Selfpublishing reüssiert, tut dies oft deshalb, weil sie oder er es professionell betreibt - wie ein Unternehmen.

 

4.) Um sich gegen die breite Konkurrenz durch- und von dieser abzusetzen, brauchen (auch) Selfpublishing-Bücher eine professionelle Anmutung. Sie sollten inhaltlich, stilistisch und optisch überzeugen, was i.d.R. Lektorat/ Korrektorat, Buchsatz/E-Book-Konvertierung und Cover-/Umschlaggestaltung durch Profis voraussetzt.

5.) Das wiederum bedeutet, dass künftiger Erfolg erkauft werden muss: nicht nur durch die Investition eigener Zeit und Fähigkeiten, sondern auch durch nicht eben wenig Geld für all jene Leute, die ein Produkt entstehen lassen, das die Leserinnen und Leser kaufen, weiterempfehlen und durch künftige Bände ergänzen wollen.

 

Letztlich ist das Geheimnis des Erfolgs also gar kein Geheimnis, sondern vielmehr eine (unschöne) Wahrheit: Wer erfolgreich sein will, muss eine Menge dafür tun. Das Schöne aber ist, dass es viele Vorbilder gibt, die zeigen, dass man diesen steinigen Weg erfolgreich beschreiten und aus der Leidenschaft für Bücher und fürs Schreiben ein echtes Geschäft machen kann.

 

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Der K(r)ampf mit dem Komma

 

Mit der Zeichensetzung tun sich die meisten schwer. Besonders gilt dies beim Komma. Neben ohnehin verwirrenden Regeln sorgten die Änderungen der Rechtschreibreform für zusätzliche Unsicherheit. Die folgende Liste erläutert die wichtigsten Kommaregeln – und deren Ausnahmen. Ein Komma wird gesetzt bei:

 

1. AUFZÄHLUNGEN

- Äpfel, Birnen und Pflaumen

- gut, besser, am besten

- schwierig, aber hilfreich

 

(AUSNAHME:

wenn Elemente der Reihung mit »und« bzw. »oder« verbunden sind.

- Sie legte sich hin und schlief ein.

- In den Eintopf kommen Gemüse und Reis oder Fleisch und Nudeln.

AUSNAHME VON DER AUSNAHME:

Mit »und« bzw. »oder« verbundene Hauptsätze dürfen per Komma getrennt werden.

- Fahren Sie Rad[,] oder gehen Sie zu Fuß.

- Die Mensa ist geschlossen[,] und der Campus wirkt verwaist.)

 

2. nachgestellten ZUSÄTZEN (EIN Komma) und EINSCHÜBEN (ZWEI Kommata)

- Das ist Dr. Kluge, die neue Professorin.

- Die Vorlesungen sind gut besucht, selbst die am frühen Morgen.

- Darf ich Ihnen Dr. Kluge, die neue Professorin, vorstellen?

- Die Vorlesungen, selbst die am frühen Morgen, sind gut besucht.

 

3. NEBENSÄTZEN (auch hier: ZWEI Kommata bei Einschüben)

- Der Versuch im Labor begann, sobald alle ihre Schutzkleidung angelegt hatten.

- Das Resultat des Versuchs, da waren sich alle einig, war so nicht erwartet worden.

 

Für alle, denen es noch nicht kompliziert genug war, gibt es folgende Regeln:

 

4. Kommen mehrere Regeln in Betracht, haben Regel 2 und 3 »MEHR GEWICHT« als Regel 1.

- Dr. Kluge unterrichtet gerne, vor allem die Erstsemester, und inspiriert mit ihrer Leidenschaft den Nachwuchs. (= Reihung, also KEIN Komma, und Einschub, also ZWEI Kommata; Regel 2 (Zusätze) hat mehr Gewicht als Regel 1 (Aufzählungen))

 

5. »ENTSCHEIDEN SIE SELBST!«

Ob ein Komma gesetzt wird oder nicht, bleibt einem in manchen Fällen selbst überlassen, und zwar bei:

- Datums-, Wohnungs-, Literaturangaben (Wir treffen uns am Mittwoch, den 13. März[,] in Saal 4. / Die Veranstaltung wurde in Gebäude B, Hochschulstraße 10[,] verlegt.)

- Partizip-/Infinitivgruppen (Dr. Kluge versprach[,] allen ein offenes Ohr zu schenken. / So verlief[,] kurz zusammengefasst[,] das Experiment.)

- mehrteiligen Nebensatzeinleitungen (Für den Fall[,] dass Sie die folgende Stunde verpassen …)

 

6. »Achtung, Ausruf!«

Kommata werden im Allgemeinen nach HERVORHEBUNGEN, AUSRUFEN und ANREDEN gesetzt.

- Dr. Kluge, das ist meine Lieblingsdozentin.

- Oh, wie ungeschickt von mir!

 

7. Der Vollständigkeit halber sei eine FAUSTREGEL der Dudenredaktion genannt, die eher lustig als lehrreich ist: »Kein Komma ohne Grund!«

 

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Der (un-)beliebte Bindestrich

 

Der Bindestrich besitzt die paradoxe Eigenschaft, sowohl zu oft als auch zu selten verwendet zu werden. Das liegt zum einen an zahlreichen grammatikalischen „Kann“-Bestimmungen: Man KANN den Bindestrich einsetzen, muss es aber nicht. In diesem Bereich wird tendenziell zu viel gekoppelt. Sinnvoll ist die Verwendung:

 

 - zur HERVORHEBUNG („Kinder lernen, indem sie Dinge be-greifen“),

 - bei unübersichtlichen ZUSAMMENSETZUNGEN („Umsatzsteuer-Erklärung“)

 - wenn DREI GLEICHE BUCHSTABEN hintereinander kommen („Tee-Ei“)

 

Andererseits wird der Bindestrich oft weggelassen, wo er vorgeschrieben ist.

Das ist insbesondere dann der Fall, wenn WORTGRUPPEN - zu denen auch Buchstaben, Ziffern und Abkürzungen zählen - ANEINANDERGEREIHT werden:

 

 - Entweder-oder

 - Chrom-Molybdän-legiert

 - K.-o.-Tropfen

 - km-Zahl

 - 5,5-mal

 - 1:2-Niederlage

 - das Nicht-rechtzeitig-fertig-Werden

 - die Johann-Wolfgang-von-Goethe-Schule

 

Vorgeschrieben ist der Bindestrich auch in seiner Funktion als Ergänzungsstrich:

 - Ein- und Ausgang

 - 2- bis 3-mal

 

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Haken dran: Falsche Apostrophe und Anführungszeichen

 

Manche Software, die einem das Leben erleichtern soll, lässt die Nutzer:innen unwillentlich Fehler begehen. Auffällig ist dies beim APOSTROPH, der z.B. von Grafik- und Satzprogrammen häufig falsch dargestellt wird. Korrekt ist es, wenn der Apostroph wie ein Komma bzw. eine Neun („9“) aussieht.

 

Wer als Muttersprachler:in des Deutschen auch Texte auf Englisch verfasst, übersieht mitunter einen weiteren Fehler, den die hilfreiche Technik in Geschriebenes schummelt, wenn ANFÜHRUNGSZEICHEN verwendet werden: Während öffnende Anführungszeichen im Deutschen unten stehen und wie zwei Kommata bzw. Neunen („9“) aussehen, stehen sie im Englischen oben und gleichen Sechsen („6“). Schließende Anführungszeichen stehen zwar in beiden Sprachen oben, ähneln aber im Deutschen Sechsen („6“) und im Englischen Neunen („9“). Kein Wunder, wenn man da durcheinanderkommt!

 

Wer sich nicht mühsam merken möchte, wie die korrekte Abfolge der Anführungs-zeichen lautet, verwendet umgekehrte FRANZÖSISCHE (Chevrons): Die ähneln doppelten Pfeilspitzen und weisen jeweils auf den von ihnen eingerahmten Text.

 

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Zitat, Paraphrase, Plagiat: Hilfreiche Hinweise ohne Gewähr

 

Wer zitiert, gibt fremde Gedanken wörtlich wieder. Ob das zu Recht geschieht, steht im URHEBERRECHTSGESETZ (UrhG), das unbedingt konsultiert werden sollte, wenn der Plan besteht, Gedanken anderer ins eigene Werk aufzunehmen.

 

Wenn man fremde Gedanken in eigene Worte kleidet, paraphrasiert man. Das

ist im Allgemeinen in Ordnung, solange auf den Ursprung des indirekt Zitierten verwiesen wird. Fehlt der Quellenverweis, begeht man ein PLAGIAT: Man eignet sich geistiges Eigentum unrechtmäßig an.

 

Manchmal passiert das aus Unwissenheit, denn nach wie vor ist nicht allgemein bekannt, dass das Urheberrecht erst 70 Jahre nach dem Tod von Autor:in, Über-setzer:in, Fotograf:in, Komponist:in usw. erlischt. Bis dahin ist eine ERLAUBNIS zur Verwendung nötig und wird ggf. eine LIZENZGEBÜHR fällig. (Ausgenommen hiervon sind Zitate, jedoch in engen Grenzen.)

 

Wer sichergehen möchte, studiert das UrhG oder verzichtet auf fremde Federn, denn leider gilt auch hier: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

 

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Wozu brauche ich ein Korrektorat?

 

Wer eigene Texte auf Fehler hin untersucht, die Rechtschreibprüfung des Text-verarbeitungsprogramms nutzt und andere bittet, alles gegenzulesen, fragt sich mitunter: Wozu Geld für ein professionelles Korrektorat ausgeben?

 

1.) MAN ÜBERSIEHT EIGENE FEHLER

Wer Fehler in eigenen Texten finden will, wird häufig vom Gehirn überlistet: Das ist zu gut darin, aus dem Kontext zu schließen und Fehlendes zu ergänzen. Also huscht das Auge über Fehler hinweg, weil der Verstand längst begriffen hat, wo-rum es geht. (Das passiert auch Profis, weshalb Verlage Lektorat und Korrektorat von verschiedenen Personen ausführen lassen.)

 

2.) EINE RECHTSCHREIBPRÜFUNG ERSETZT KEIN KORREKTORAT

Aus Erfahrung weiß man, dass die Rechtschreibprüfung Fehler übersieht und Richtiges als falsch markiert. Zudem prüft ein professionelles Korrektorat mehr als Orthografie, Zeichensetzung und Grammatik (z.B. Einheitlichkeit, Worttren-nung am Zeilenende und/oder Layout).

 

3.) GUT GEMEINT IST NICHT IMMER GUT GEMACHT

Der Gedanke, dass andere Augen andere Fehler bemerken, ist clever. Jedoch führt es in der Regel nicht zu einem professionellen Ergebnis, wenn Lai:innen die Arbeit von Profis machen.

 

4.) GUTES GIBT ES NICHT UMSONST

 

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Paper und Dissertation: Formale Fehler vermeiden

 

Die folgende Stichwortliste zeigt, in welche Fallen man beim Verfassen von Journal-Beitrag oder Dissertation tappen kann, und hilft, in Zukunft dem einen oder anderen Stolperstein auszuweichen.

 

- ABKÜRZUNGEN, fehlende (im Abkürzungsverzeichnis) bzw. nicht eingeführte (d.h. bei der ersten Erwähnung ausgeschrieben UND abgekürzt angeführt)

- AUSLASSUNGEN (z.B. fehlende Ein-/Überleitung oder Fazit)

- BANDWURMSÄTZE

- BEZÜGE, unklare (Beispiel: »Pferd und Kaninchen schnuppern an der Karotte. Dann beißt es mit lautem Knacken hinein.« Wer beißt in die Karotte?)

- BINDESTRICH statt Gedankenstrich, wenn »bis« gemeint ist (z.B. zwischen Ziffern)

- ET AL. (überzähliger Punkt nach »et«; Verwendung im Literaturverzeichnis)

- FALSE FRIENDS (s. Artikel links) und unnötige Anglizismen

- KOMMATA (z.B. fehlendes Komma am Ende von Einschüben; englische statt deutsche Schreibung bei Ziffern: 12,000 statt 12.000)

- LEERSCHRITTE, fehlende oder überzählige

- PRÄPOSITIONEN, falsche

- REDEWENDUNGEN, vermischte

- UNEINHEITLICHKEIT (z.B. bei Layout, Abkürzungen, Begriffen ...)

- UNPRÄZISE Formulierungen

- VERNEINUNGEN, doppelte

- WIEDERHOLUNGEN (Wörter, Redewendungen, Satzanfänge, Inhaltliches ...)

- WORTSTELLUNG, falsche

 

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Hurenkind, Pagina und Titelei: Nützliche Begriffe aus dem Buchsatz

 

Wenn Sie ein Manuskript vom Profi setzen lassen, begegnen Ihnen Begriffe, die im allgemeinen Sprachgebrauch selten vorkommen, für die Kommunikation über das gemeinsame Projekt aber äußerst hilfreich sind. Hier einige der verbreitet-sten Wörter und ihre Bedeutung:

 

1.) HURENKIND: Umbruchfehler (letzte Zeile des Absatzes steht am Beginn einer neuen Seite)

2.) KAPITÄLCHEN: Großbuchstabenschrift mit größeren Anfangsbuchstaben

3.) LIGATUR: Verbundbuchstabe (z.B. von ff, TT, ll, fi)

4.) PAGINA(E): Seitenzahl(en)

5.) SCHUSTERJUNGE: Umbruchfehler (erste Zeile des neuen Absatzes steht am Ende der vorausgegangenen Seite)

6.) TITELEI: Buchseiten vor Beginn des eigentlichen Texte
(Schmutztitel, Frontispiz, Haupttitel, Impressum, Widmung, Vakat, Inhalt, Vakat)

7.) VAKAT: Leerseite

8.) VERSALIEN: Großbuchstaben eines Alphabets

 

Allen, die sich für bildhafte Beispiele der genannten Begriffe sowie für weitere Wörter aus dem Bereich Typografie interessieren, sei Wolfgang Beinerts Web-seite www.typolexikon.de empfohlen. Falls Sie den Satz ihres Buches selbst übernehmen möchten, können SIe hier zudem eine Menge darüber lernen, worauf ein Profi achtet.

 

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Sprachentwirrung: »Denglisch« erkennen und vermeiden

 

Englisch ist in der Wissenschaft das wohl wichtigste Verständigungsmedium weltweit. Der vielfältige Einsatz des Englischen führt aber nicht selten zu einer gewissen Verwirrung im Umgang mit der Muttersprache, in unserem Fall dem Deutschen, wie zahllose Beispiele aus sozialen und anderen Medien belegen.

Als kleine Hilfestellung für alle (unbewusst) Verwirrten dient folgende Liste mit häufigen »Denglisch«-Sprachunfällen:

 

1.) AM ENDE DES TAGES (»at the end of the day«):

letzt(end)lich, unterm Strich, im Endeffekt

2.) EINEN PUNKT HABEN/MACHEN (»to have a point«):

zutreffend/korrekt/richtig sein, den Tatsachen entsprechen

3.) GESCHOCKT SEIN (»to be shocked«):

schockiert sein

4.) IN ENGLISCH (»in English«):

auf Englisch

5.) IN REAKTION AUF (»in response to«):

als Reaktion auf

6.) MOMENTUM (»momentum«):

Das Wort bezeichnet im Deutschen den richtigen Zeitpunkt (nicht, wie im Englischen, den Schwung).

7.) NICHT WIRKLICH (»not really«):

eigentlich nicht, nicht so recht

8.) SINN MACHEN (»to make sense«):

Sinn ergeben, sinnvoll sein (auch: keinen Sinn haben)

 

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Selfpublishing oder Verlag? Pro und Contra zweier Veröffentlichungswege (Teil 1: Verlag)

 

Die Frage, auf welchem Wege das eigene Manuskript veröffentlicht werden sollte, lässt sich nur individuell beantworten. Im ersten Teil meiner Abwägungshilfe geht es um die Vor- und Nachteile des Klassikers: der Veröffentlichung im Verlag.

 

PRO:

- Kosten (das unternehmerische Risiko und sämtliche Kosten trägt der Verlag; VORSICHT bei Druckkostenzuschussverlagen!)

- Einnahmen (zum garantierten Vorschuss kommen Tantiemen, sofern sich das Buch gut genug verkauft)

- Qualität (Verlage produzieren i.d.R. professionelle Produkte, was Lektorat/Korrektorat, Layout/Herstellung etc. angeht)

- Ruf (eine Verlagsveröffentlichung gilt weiterhin als Gütesiegel und ermöglicht die Berücksichtigung bei Literaturpreisen, Stipendien und Feuilletons)

- Reichweite (etablierte Verlage erreichen fast alle Buchhandlungen, E-Book-Stores und Presseorgane; sie kümmern sich ums Marketing)

- Logistik (Verlage übernehmen den Vertrieb der Bücher; s. auch „Reichweite“)

 

CONTRA:

- Bewerbungsmarathon (einen Verlag zu finden, ist i.d.R. zeitaufwändig, nervenaufreibend und oft erfolglos)

- Einnahmen (der Vorschuss für unbekannte Autor:innen ist gering; verkauft sich das Buch schlecht, fließen keine Tantiemen und es gibt keinen Vertrag für ein weiteres Werk)

- Qualität (nicht jeder Verlag überzeugt diesbezüglich; Autor:innen haben kein endgültiges Vetorecht bzgl. Lektorat, Cover, Titel etc.)

- Reichweite (Verlagsbücher gelangen in Buchhandlungen, bleiben aber meist nicht lange dort; die Marketingbemühungen für Titel unbekannter Autor:innen sind überschaubar bis inexistent)

- Wartezeit (Nutzungsrechte verbleiben über Jahre beim Verlag und können nicht anderweitig genutzt werden - ACHTUNG: Rechte an Büchern, deren Preisbindung vom Verlag aufgehoben wurde, können zurückgefordert werden!; der Zeitraum zwischen Vertragsschluss und Veröffentlichung ist lang, ebenso der bis zum Eingang von Einnahmen; der Verlag bestimmt, wann und wie oft weitere Werke veröffentlicht werden)

 

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Der Fluch des Publizierens: Podcast über die Tücken wissenschaftlichen Veröffentlichens

 

Karrieren in der Wissenschaft gelingen nur, wenn oft genug publiziert wird. Der Druck, ständig Neues zu produzieren, das interessant genug ist, um innerhalb - und möglichst auch außerhalb - der Wissenschaftsgemeinschaft lebhaft diskutiert zu werden, hat mitunter gravierende Konsequenzen.

 

In der Folge „Publish or Perish - Publizieren in der Wissenschaft“ des Podcasts „SWR2 Wissen“ befassen sich Anja Schrum und Ernst-Ludwig von Aster mit wichtigen Aspekten wie befristeten Arbeitsverhältnissen, der Peer Review, dem Impact Factor oder Fake-Konferenzen. Eine hörenswerte Sendung, die nachdenklich stimmt und Lösungsansätze präsentiert.

 

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Überschriften, die neugierig machen: Tipps & Tricks

 

Gleich nach Bildern bieten Überschriften die beste Möglichkeit, um Neugier zu wecken und zum Weiterlesen zu animieren. Was aber macht eine gute Überschrift aus?

 

1.) KÜRZE: Eine Überschrift sollte i.d.R. max. 50 Zeichen haben.

2.) KLARHEIT: Pro Überschrift nur ein Thema bzw. eine Botschaft vermitteln, und das in klarer Sprache (d.h. einfache Begriffe nutzen, die für jede:n verständlich sind; ggf. bildhaft formulieren).

3.) SIGNALWIRKUNG: In Überschriften sollten Wörter verwendet werden, die Aufmerksamkeit erzeugen (z.B. einfach, Idee, schnell, Technik, wichtig). Neugier weckt man auch mit Fragen („journalistische W-Fragen“), indirekten Formulierungen („Die Erfindung, die unser Leben verändert“) oder durch die Ankündigung von Neuigkeiten. Wichtig ist die Einbeziehung von Schlüsselbegriffen zu Beginn der Überschrift.

4.) KREATIVITÄT: Ob Humor oder Rhythmus, Reim oder Anspielung, all dies kann eine Überschrift anziehend machen.

5.) AUF DEN PUNKT: Überschriften sollten kurz, klar und präzise formuliert sein.

6.) BENEFIT BENENNEN: Was bringt es, den folgenden Text zu lesen? Wenn eine Überschrift diese Frage beantwortet, erhöht das die (Weiter-)Lesemotivation.

7.) AKTIV FORMULIEREN: Legt die Überschrift den Fokus auf eine Handlung oder handelnde Personen, steigt automatisch das Interesse der Leser:innen.

8.) ZIELGRUPPENGERECHT: Wer soll angesprochen werden? Das sollte bei der Formulierung einer Überschrift immer bedacht werden.

9.) FALSCHE VERSPRECHUNGEN: So verlockend es auch sein mag, sollte stets vermieden werden, in einer Überschrift etwas zu versprechen, das der folgende Text nicht halten wird.

 

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Sommer-Spezial 2: Wissenschaftstipps für die Urlaubszeit

 

Genau wie die „Lektoratsbrille“ wird auch die „Wissenschaftsbrille“ im Urlaub nicht abgelegt: Das fachliche Knowhow reist immer mit. Da liegt es nahe, sich in der Ferienzeit mit wissenschaftlicher Kost zu versorgen, die viel vermittelt und dabei federleicht ist. Hier ein paar Tipps für alle wissenshungrigen Urlauberinnen und Urlauber aus der Wissenschaft:

 

1.) FAKTEN VERSTÄNDLICH VERMITTELT: Die Chemikerin und Wissenschaftsjournalistin Dr. Mai Thi Nguyen-Kim beantwortet in „Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit“ aktuelle wissenschaftliche Fragen auf unterhaltsame und verständliche Weise.

2.) TABUS HUMORVOLL BELEUCHTET: In „Abschied von Hermine“ geht es vordergründig um einen verschiedenen Hamster, tatsächlich aber um die Tabuthemen Tod und Sterben, denen sich Jasmin Schreiber ohne falsche Zurückhaltung, aber stets liebevoll (nicht nur) am tierischen Beispiel annähert.

3.) MITEINANDER REDEN, VONEINANDER LERNEN: Die dreiteilige DFG-Videoreihe „Ausgelotet - Gespräche über Wissenschaftskommunikation in den Sozialen Medien“ bringt Persönlichkeiten aus der Wissenschaft und von YouTube zusammen, um sowohl den Austausch als auch die Debattenkultur zu fördern.

 

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Wissenschaft lehrreich und lustig vermitteln:
So geht's (zum Beispiel)

 

Es ist kein Zufall, dass viele Sachbücher, die Wissenschaft auf ebenso verständliche wie humorvolle Weise erklären, aus dem englischsprachigen Raum stammen und es auch hierzulande regelmäßig auf die Bestsellerlisten schaffen.

 

Wer lernen möchte, wie man ein breites Publikum gut unterhält, indem man wissenschaftliche Inhalte vermittelt, kann sich von den Autorinnen und Autoren solcher Werke eine Menge abschauen.

 

Ein gutes Beispiel ist Randall Munroe: Der Physiker und ehemalige NASA-Ingenieur hat mittlerweile immensen Erfolg als Autor und Comiczeichner. In Büchern wie „What If?“ oder „Thing Explainer“ kombiniert er wissenschaftliche Ernsthaftigkeit und augenzwinkernden Humor auf eine Art, die auch bei erwachsenen Leserinnen und Lesern eine längst verschüttet geglaubte kindliche Begeisterungsfähigkeit auszulösen vermag. So begeistert man Menschen und macht sie auf angenehme Weise klüger!

 

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Das Cover: Auf den ersten Blick einen guten Eindruck machen

 

Wer Bücher selbst verlegt, ist auch für deren Cover(gestaltung) zuständig.

Dass es sich lohnt, diesem Thema besondere Beachtung zu schenken, betonen Fachleute wie Wolfgang Tischer vom literaturcafé, wenn sie das Cover als wichtiges Marketinginstrument bezeichnen.

 

Ein gutes Cover weckt Neugier, erzeugt eine dem Buch angemessene Stimmung und weckt den Kaufimpuls. Inspiration hinsichtlich der geschickten Gestaltung kann ein Besuch in der Buchhandlung bieten: Welche Cover sprechen mich an? Was für Gestaltungselemente finde ich besonders gelungen? Gefällt mir ein einzelnes Element (Schrift, Hintergrund, Farbe, verwendete Motive ...) oder ist es deren Kombination, die Aufsehen erregt?

 

Während es nie verkehrt ist, sich gestalterisch an erfolgreichen Vertreterinnen und Vertretern des eigenen Genres zu orientieren, darf dabei das Urheberrecht nicht vergessen werden: Simples Nachmachen ist also tabu!

 

Ein professionelles, zum Buch passendes Cover zu entwerfen, ist gar nicht so leicht - schon weil einem als Autor/in oft der nötige Abstand fehlt, um beurteilen zu können, welches Motiv, welche Schrift etc. den Inhalt des eigenen Werks am besten wiedergibt. Der Königsweg für alle, die nicht selbst tätig werden können oder möchten, besteht in der Zusammenarbeit mit Illustrations- oder Grafikprofis, die ein individuelles Cover entwerfen. (Finden kann man sie, indem man z.B. im Impressum des Buchs mit dem tollen Cover aus der Buchhandlung nachguckt, wer für den Entwurf verantwortlich ist.) Günstiger ist der Weg über eine Plattform wie 99designs, auf der eine passende Vorlage ausgesucht werden kann.

 

Weitere Tipps zum Thema Cover (und anderen Aspekten des Selfpublishing) sind u.a. in der Selfpublisherbibel zu finden.

 

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